PODUFAL - WIEHOFSKY Generalplanung, Architektin und beratender Ingenieur, PartmbB. Schallabsorber zwischen Arbeitspätzen

Akustik im Raum – wenn die Luft erklingt.

Akustik ist die Lehre vom Schall und seiner Ausbreitung. Ist die Ausbreitung mancherorts gewünscht, soll er anderorts eingedämmt werden. Lesen Sie hier, was es für außergewöhnliche Möglichkeiten gibt.

Die Elbphilharmonie, ein Bau mit Ecken und Kanten, für das Auge ein Fest, für die Akustik und den Hörgenuss, für den diese Konzerthalle erschaffen wurde, eine Herausforderung, denn Optik und Schall gehen nicht Hand in Hand. Wo sich der Blick an Ecken fängt und das Auge zum Verweilen einlädt, entwickelt der Schall seine ganz eigene Dynamik.

Ein Ton ist gleichmäßig schwingende Luft

Schall sind Wellen, die sich durch die Luft bewegen. Wenn Luft in Bewegung kommt, können wir Geräusche hören. Bringt man also eine Saite oder Membran in Schwingungen, wird die Luft an dieser Stelle bewegt und zum Schwingen gebracht. Erst wird sie zusammengedrückt, dann breitet sie sich wieder aus. Diese Schwingung wird durch die Form des jeweiligen Instrumentes noch unterstützt. Ein Ton ist gleichmäßig schwingende Luft, die sich im Raum ausbreitet. Schwingt Luft ungleichmäßig, spricht man nicht von einem Ton, sondern von einem Geräusch.
Damit die Töne in der Elbphilharmonie auch harmonische Töne bleiben und nicht zu Geräuschen mutieren, wurde eine besondere Lösung gefunden, welche zuvor von dem berühmtesten Akustiker der Welt, Yasuhisa Toyota, am Computer und mithilfe von Modellen berechnet wurde. Die Decken und Wände wurden mit einer „Weißen Haut“ ausgestattet. Diese besteht aus 10.000 Gipsfaserplatten aus bayrischem Gips und Altpapier mit einem Gesamtgewicht von 1.800 Tonnen. Mit einer individuell auf den jeweiligen Standort angepassten, gefrästen Oberfläche, die den Schall an jeder Stelle des Raumes bestmöglich streut, wird eine optimale Nachhallzeit von 2 Sekunden gewährleistet. Diese Zeit gilt als Maßstab für einen klaren, raumumhüllenden Klang. Das Computerprogramm um diese Oberflächenstruktur zu berechnen, wurde von dem Architekten, Musiker und Informatiker Benjamin Samuel Koren speziell nach den Vorgaben Toyotas entwickelt. „Microshaping“ sorgt dafür, dass jede der unterschiedlich dicken und schweren Gipsplatten das optimale Muster erhält, um die Töne möglichst ungerichtet im Raum zu verteilen. Denn nur wenn die Musik den Hörer umhüllt, entsteht perfekter Hörgenuss. Das Architekturbüro orientierte sich an historischen Sälen, hier herrscht durch die aufwändige Ornamentik eine gute Akustik. In der Wellenform findet sich die Form des Daches wieder und bildet ein stimmiges Ensemble.

PODUFAL - WIEHOFSKY Generalplanung, Architektin und beratender Ingenieur, PartmbB. Die "Weisse Haut" in der Elbphilharmonie, Hamburg.

Akustik im Büroalltag

Auch im Kleineren und alltäglichen Leben kommt dem Schall eine besondere Bedeutung zu. Nicht immer wird Wert darauf gelegt, Töne möglichst gleichmäßig zu verteilen. In Großraumbüros zum Beispiel liegt der Fokus eher auf schallschluckenden Maßnahmen, um den Geräuschpegel zu minimieren. Deckensegel, Teppichboden, Wandpaneele und Akustikelemente zwischen den Schreibtischen sind Möglichkeiten, die Ausbreitung des Schalls zu unterbinden.
Als Deckensegel bieten sich auch kombinierte Heiz- und Kühlsegel an. Diese Segel werden unter der Decke befestigt und dienen zur Schallabsorption. Durch Löcher in den Deckenelementen wird die Nachhallzeit spürbar reduziert.
Die Schallabsorption kann gemessen werden und wird mit einem Wert zwischen Null und Eins angegeben, wobei Null keine und Eins vollständige Absorption bedeutet. Welche Nachhallzeit für welchen Raum vorgegeben ist, wird durch die jeweiligen Normen und Richtlinien vorgegeben.

Unterschiedliche Möglichkeiten der Schallabsorption

Bei PODUFAL – WIEHOFSKY kamen beim Umbau des Büros gleich mehrere dieser Möglichkeiten zum Einsatz. Die Deckensegel dienen als Heiz- und Kühlelemente mit integrierter Beleuchtung und sind unter Deckenplatten mit quadratischen Ausfräsungen montiert. Auch die hintere Wand der „Turnhalle“, unser Open-Space Büro für die Architekten, wurde komplett mit diesen Gipsplatten mit dahinter liegenden, Schall absorbierenden Dämmmatten ausgekleidet. Des Weiteren kamen Absorber zwischen den Schreibtischen zum Einsatz. Neben einem gewissen Maß an Privatsphäre bieten diese eine effektive Absorption, da sie sich nah an der Schallquelle befinden. In Kombination mit Teppichboden konnte die Lärmminderung erheblich vergrößert werden.

Akustik, ein sehr spannendes Thema, das nicht nur Musiker sondern auch Architekten und Planer bewegt.

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